Assistenzialismus

Mit Assistenzialismus im engeren Sinne bezeichnet man heute die karitative klassische Armenfürsorge. Im Wesentlichen liegt der Schwerpunkt darauf, armen Bevölkerungsgruppen, z. B. Straßenkindern, Essen, Kleidung, Medizin und Unterkunft zu geben. Geprägt wurde der Begriff in kritischer Absicht durch den Befreiungstheologen Paulo Freire.

Assistenzialismus im weiteren soziologischen Sinne ist eine Form des Tauschs von Vergünstigungen gegen politischen Konsens. Damit ist der Assistenzialismus mit dem Klientelismus verwandt. Er weist zwei Aspekte auf: eine expansive Fürsorgepolitik des Staates und das lethargische Warten der regionalen Bevölkerung auf staatliche Hilfe. Parallel dazu expandiert oft die staatliche Verwaltung, wodurch der regionale Mangel an produktiven Arbeitsplätzen kompensiert werden soll.[1]

  1. Anne-Sophie Tombeil: Regionale Entwicklungsprozesse in Südeuropa: Italien und Spanien im Vergleich. Springer Verlag, 2013, S. 248.

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