Black-Swan-Klasse

Black-Swan-Klasse
Die Black Swan
Die Black Swan
Schiffsdaten
Land Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
1941: Indien Indien
1948: Pakistan Pakistan
1949: Agypten Ägypten
1959: Deutschland Deutschland
Schiffsart Sloop, Fregatte
Bauzeitraum 1938 bis 1946
Stapellauf des Typschiffes 7. Juli 1939
Gebaute Einheiten 37 (4 + 27 mod + 6 Indien)
Dienstzeit 1939 bis 1965 / 2003
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 91,3 m (Lüa)
86,3 m (Lpp)
Breite 11,7 m
Tiefgang (max.) 3,5 m
Verdrängung 1250 ts
1350 ts (mod.)
 
Besatzung 180 bis 219 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 × Admiralty-Dreitrommel-Dampfkessel
2 × Parsons-Getriebeturbine
Maschinen­leistung 4.300 PS (3.163 kW)
Höchst­geschwindigkeit 19,75 kn (37 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung

HMS Flamingo, 1. Schiff der Klasse

HMS Alacrity, 4.45 in Dienst

Sensoren

Radar, Sonar

Die Sloops der Black-Swan- und modifizierten Black-Swan-Klasse wurden bei der Royal Navy und Royal Indian Navy bestellt und eingesetzt. Die ersten vier Schiffe der Royal Navy wurden noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs bestellt. Die erste Bestellung der Royal Indian Navy erfolgte unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges. Die Bestellung der übrigen 27 Sloops der Klasse für die Royal Navy erfolgte während des Krieges, Britisch-Indien orderte nach dem ersten Paar 1939 auch noch zwei weitere Paare. Alle Schiffe entstanden auf britischen Werften. Erst ab 1942 kamen die Sloops in größeren Stückzahl zur Flotte.

Mit zwölf Neubauten stellte die Werft William Denny & Brothers in Dumbarton die meisten Schiffe der Klasse her. Daneben entstanden acht Schiffe bei Yarrows, fünf bei Thornycroft und je zwei bei Furness, Cammell Laird, Fairfields, Scotts, Stephens sowie dem Chatham Dockyard. Die Fertigstellung weiterer vergebener Aufträge unterblieb wegen des Kriegsendes.

Wie Korvetten waren Sloops auf Geleitschutzaufgaben spezialisierte Kriegsschiffe, mit Flugabwehr- und U-Jagdfähigkeiten. Ihre Seeausdauer (Reichweite) war größer als die eines Zerstörers, dafür ihre Höchstgeschwindigkeit deutlich niedriger. Immerhin waren die Schiffe aber in der Lage, ein über Wasser ablaufendes deutsches U-Boot vom Typ VII oder Typ IX abzufangen.

Im Zweiten Weltkrieg versenkten die Sloops der Black-Swan-Klasse 29 deutsche U-Boote. Der wohl bekannteste Kommandant einer Sloop war Captain Frederic John Walker. Seine Sloop Starling war an der Versenkung von elf deutschen U-Booten beteiligt und damit wohl der erfolgreichste britische U-Boot-Jäger des Zweiten Weltkriegs. Die Sloops kamen ab 1941 vornehmlich zur Abwehr der deutschen U-Boote im Atlantik, Nordmeer, bei den alliierten Landungen auf Sizilien und in der Normandie zum Einsatz. Zum Kriegsende wurden auch einige Sloops in den Pazifik verlegt, wo sie den Train der britischen Pazifikflotte sicherten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben einige Sloops im aktiven Dienst bei der Royal Navy. Die Schiffe wurden auf verschiedenen Auslandsstationen eingesetzt. Aufsehen erregte, als die Chinesische Volksbefreiungsarmee im April 1949 die Amethyst auf dem Weg zur Ablösung eines anderen Stationsschiff zwischen Schanghai nach Nanking angriff und monatelang im Fluss blockierte. Ab 1950 wurden auch einige Schiffe der Klasse im Korea-Krieg eingesetzt (Black Swan, Pheasant, Amethyst, Hart, Opossum und Sparrow). Die letzten Schiffe bei der Royal Navy wurden 1965 ausgesondert.

Die Schulfregatte Scharnhorst

Von den sechs indischen Schiffen wurden 1948 die beiden Schiffe der zweiten Gruppe bei der Teilung der britischen Kolonie an Pakistan abgegeben.

Von Pakistan in Jhelum und Sindh umbenannt, wurden die beiden Schiffe 1959 ausgesondert. Die vier indischen Einheiten blieben länger im Einsatz und wurden erst Anfang der 1980er-Jahre abgebrochen.

Großbritannien gab die Whimbrel 1949 an Ägypten ab. Dieses Schiff soll als letztes der Klasse noch vorhanden sein.

Vier weitere Schiffe wurden 1957 von der im Aufbau befindlichen deutschen Bundesmarine als Schulfregatten Scharnhorst, Hipper, Graf Spee und Scheer angekauft. Während die Scharnhorst als Artillerie- und die Scheer als Ortungs-Schulschiff dienten, machten die weniger auffällig umgebauten Graf Spee und Hipper lange und weite Ausbildungsreisen mit Seekadetten.

Trotz des zum Teil erheblichen Umbaus wurden die Schiffe bis 1968 schon wieder ausgesondert.


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