Deszendenzregeln (lateinisch descendere „herabsteigen, nachkommen“) oder Abstammungsregeln (auch: Filiation) bezeichnen in der Ethnosoziologie diejenigen sozialen Vorstellungen und Normen, die vorgeben, ob eine Person ihre Abstammung von beiden Elternteilen oder nur von Mutter oder Vater herleitet, und wer dementsprechend zu ihrer Verwandtschaft und Vorfahrenschaft gehört. In einer (ethnischen) Gesellschaft bestimmt die geltende Abstammungsregel die Erbfolge von Besitz und sozialen Positionen sowie die Übertragung von Gruppenzugehörigkeiten, Ämtern und Privilegien von einer Generation auf die Nächste. Eine Abstammungsregel orientiert sich nicht notwendigerweise an biologischer Verwandtschaft – sofern sie das beansprucht, muss sie aber nicht immer den Tatsachen entsprechen, vor allem in Bezug auf biologische Vaterschaft (siehe Kuckuckskinder) und nur mündlich überlieferte Vorfahren-Generationen (siehe Herkunftssagen).
Die sechs verbreiteten Abstammungsregeln teilen sich in zwei Gruppen:[1]
Mit den jeweiligen Deszendenzregeln sind entsprechende Heiratsregeln sowie Residenzregeln zum ehelichen Wohnsitz verbunden.
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-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen Rasuly-Paleczek 2011-52.