Fingerfehler

Fingerfehler in der Partie Wolfram BialasWalter Niephaus, 1955

Fingerfehler[1] ist ein Ausdruck, der aus dem Schachjargon stammt (und eventuell aus der Musiksprache entlehnt wurde). Man versteht darunter den Fall, dass ein Spieler „eine Figur anfasst, ohne es eigentlich gewollt zu haben“,[2] (beispielsweise, weil er eigentlich die Figur auf dem benachbarten Feld berühren wollte) oder aber, sie auf ein anderes Feld als geplant zu stellen. Der deutsche Ausdruck ist als Lehnwort in die internationale Schachspielersprache eingegangen.[3][4]

Die schon berührte Figur muss entsprechend der Berührt-geführt-Regel gezogen werden, oder eine berührte gegnerische Figur notfalls geschlagen werden. Hat der Spieler per Fingerfehler eine Figur auf ein ungeplantes Feld gestellt, dabei aber einen legalen Zug ausgeführt, so kann er dies korrigieren, wenn er die Figur noch in der Hand hält. Hat er sie schon losgelassen, ist der Zug nicht mehr änderbar.

Bei einem rein motorischen Missgeschick, also dem unabsichtlichen Berühren oder Umwerfen einer Figur, gilt die Regel nicht. Man spricht dann auch nicht von einem Fingerfehler.

  1. Manfred van Fondern: Lexikon für Schachfreunde, Verlag C. J. Bucher, Luzern und Frankfurt/M., 1980, S. 107–108.
  2. Bernd Feustel: Kleines Blitzschach-Brevier. Beyer, Hollfeld 1983, S. 72. ISBN 3-88805-006-5.
  3. Schachkolumne von Robert Byrne, in: New York Times, 4. November 1990.
  4. OPK/Bronzen Paard ronde 4: Jan-Willem de Jong aan de leiding. delftseschaaksite.nl, 3. März 2010, abgerufen am 17. September 2020 (niederländisch): „Gert Legemaat verloor na een Fingerfehler.“

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