Der so genannte Hinterladerofen ist ein Ofen, dessen Befeuerung nicht im Aufstellungsraum, sondern in einem Nebenraum stattfindet.
Diese Betriebsart von Öfen entwickelte sich ab dem 15. Jahrhundert um den beheizten Wohnraum frei von Rauch, Feuermaterial und Schmutz zu halten. Zudem konnte so die Befeuerung von Bediensteten erledigt werden, ohne dass diese den Raum betreten mussten.
Der geschlossene Ofen hatte gegenüber dem offenen Kamin oder gar dem Rauchabzug über ein Loch im Dach den Vorteil eines rauchfreien Hauses – ansonsten war das gesamte Haus von Rauch durchzogen und musste ständig gelüftet werden.[1] Noch im Jahr 1945 hatten sogenannte Rauchhäuser von Kleinbauern und Häuslingen keinen Schornstein. Der Einbau eines Schornsteins brauchte bis zur Jahrhundertwende um 1900 fast zwei Jahrhunderte, um sich durchzusetzen.[2] Rauchfänge, die über das Dach hinausragten, wurden erst im 19. Jahrhundert gesetzlich vorgeschrieben.[3]
Als Hinterladeröfen werden heutzutage meist nur noch Kachelöfen gebaut. In den vergangenen Jahrhunderten waren es entweder gemauerte Ziegel-, Kachel- oder Lehmöfen, ab dem 16. Jahrhundert waren dann auch eiserne Plattenöfen teils als Hinterlader konstruiert.[4][5][6]