Der elsässische Nordgau war eine mittelalterliche Gaugrafschaft.
Im Mittelalter wurde das Gebiet des damaligen Elsass in zwei Gaue eingeteilt, die Nordgau („Nortgowe“, Unterelsass) und Südgau („Suntgowe“/Sundgau, Oberelsass) genannt wurden. Die Grenze entsprach etwa derjenigen, welche 297 bei der Teilung der römischen Provinz Germania superior in Maxima Sequanorum im Süden und Germania prima im Norden festgelegt wurde – am Landgraben südlich von Schlettstadt. Bis weit in die Neuzeit grenzte dort auch das Bistum Straßburg (Kirchenprovinz Mainz) an das Bistum Basel (Kirchenprovinz Besançon).
Der elsässische Nordgau ist zu unterscheiden vom gleichzeitig bestehenden bayerischen Nordgau.
Der elsässische Nordgau befand sich vom 9. bis zum Ende des 11. Jahrhunderts fast durchgängig in der Hand der Etichonen. Die Familie entwickelte sich zu den Grafen von Egisheim und Dagsburg, deren Besitz jedoch im Oberelsass zu sehen ist. Der Nordgau ging weitgehend im Hochstift Straßburg auf, Teile kamen auch an die Habsburger und zu Vorderösterreich. Weitere Territorien gehörten zu Rappoltstein, der Reichsstadt Straßburg und einigen der Reichsstädte des Zehnstädtebundes, sowie den Besitzungen der Unterelsässischen Ritterschaft.