Als Poser (englisch = to pose ‚sich geben als‘, ‚posieren‘),[1] seltener auch Poseur, wird pejorativ (abwertend) eine männliche Person bezeichnet, die durch ostentativ zur Schau gestelltes Verhalten oder mithilfe von Äußerlichkeiten wie spezifischer Kleidung ein bestimmtes Bild auf andere darzustellen, bisweilen auch vorzutäuschen, versucht.[2] Darin wird der Wunsch manifest, um jeden Preis aufzufallen. Beabsichtigt ist, den Fokus auf die eigene Person zu richten, also wahrgenommen zu werden. Dies stellt auch eine Form des Selbst-Marketings dar.[3] Die weibliche Form heißt Poserin und wird selten angewandt.[4]
Synonyme Bezeichnungen in deutscher Sprache lauten: Effekthascher, Angeber, Prahler, Prahlhans, Windmacher, Dicktuer, Knallprotz.[5]
Durch übersteigertes Zur-Schau-Stellen von Überzeugungen, Gefühlen, Fähigkeiten usw.[6] intendiert der Poser, die Aufmerksamkeit anderer zu erreichen, um eine Form von Anerkennung zu erleben. Das Geltungsbedürfnis, das der Poser in übertriebener Weise zum Ausdruck bringt, lässt auf dessen mangelndes Selbstbewusstsein und Unsicherheit schließen.[7]
Im Bodybuilding wird die Präsentation des trainierten Körpers zur Bewertung Posing genannt, was sich im Englischen mit der herabwürdigenden Bedeutung überschneidet.[8] Jemand, der posiert, heißt aber „the posing one“ und nicht etwa Poser, sei es für Aufnahmen oder als Athlet.
Ein so genannter Autoposer ist eine Person, die im Stadtverkehr auffallend prahlerisch mit einem leistungsstarken oder unzulässig getunten Auto unnötig Runden dreht und eine erhebliche Lärmbelästigung verursacht.[2][9]
Die jeweiligen Übertretungen werden in Deutschland seit dem 28. April 2020 mit einem Bußgeld von bis zu 100 € geahndet, in einzelnen Gemeinden wie Düsseldorf können bei Wiederholungstätern Zwangsgelder von bis zu 10.000 € verhängt werden.[10] Langsames und gewollt auffallendes Umherfahren nennt sich Cruisen.
Strand-Poser halten sich an Badestränden auf, um ihren Körper zur Schau zu stellen.