Ruyan (persisch رویان), später bekannt als Rustamdar (persisch رستمدار), war der Name einer Bergregion, die den westlichen Teil von Tabaristan/Mazandaran, einer Region an der kaspischen Küste im Norden Irans, umfasste.[1][2][3]
In der iranischen Mythologie taucht Ruyan als einer der Orte auf, von denen aus der legendäre Bogenschütze Arasch seinen Pfeil abschoss, der den Rand von Chorasan erreichte und die Grenze zwischen Iran und Turan markierte. In historischen Aufzeichnungen erscheint die Region erstmals als eines der Länder des Königs Gushnasp und seiner Nachkommen, die bis zu ihrer Absetzung durch den Großkönig (Schahanschah) Kavadh I. (reg. 488–496, 498–531) als sasanische Vasallen dienten.
Während der muslimischen Eroberung Persiens soll der letzte Schah Yazdegerd III. (reg. 632–651) die Kontrolle über Tabaristan an den dabuyidischen Herrscher Gil Gavbara, einen Urenkel des Schahs Jamasp (reg. 496–498/9), übergeben haben. Gil Gavbaras Sohn Baduspan I. erlangte 665 die Kontrolle über Ruyan und begründete damit die Baduspaniden-Dynastie, die das Gebiet bis zur Eroberung durch die Safawiden in den 1590er Jahren beherrschte.