Troggu ist ein Schweizer Kartenspiel aus der Tarock-Familie. Synonyme zu diesem Spielnamen sind: Trogga, Tappu oder Tappä. Gespielt wird es im deutschsprachigen Oberwallis in der Gegend von Visp, in St. Niklaus und in Grächen. Es ist neben Troccas das zweite aktiv gespielte Tarock in der Schweiz, aber stark gefährdet, da es nur in einer kleinen Gegend von älteren Personen praktiziert wurde. Die Spieltradition wurde jedoch auch in Visperterminen weiter gepflegt, 2013 war von einer Renaissance die Rede.[1]
Nach dem Kartenspielexperten John McLeod ist Troggu wahrscheinlich im späten achtzehnten Jahrhundert erfunden worden. Die Gründe für diese Annahme liegen in den Spielregeln, genauer gesagt, auf der Gebrauchsweise des «Narren». In älteren Tarockvarianten wird er als «Excuse» gespielt, d. h., er hat keine Stichkraft, gehört aber immer demjenigen Team, das ihn beim Austeilen erhalten hat. In seiner moderneren Verwendung ist er der höchste Trumpf und sticht somit auch den Trumpf mit der höchsten Nummer XXI («die Welt», bzw. durch volkstümliche Eindeutschung von «le monde» auch «der Mond»). Im Troggu kommen aber beide Varianten zum Zuge; somit ist anzunehmen, dass es aus der Übergangsphase der einen zur anderen Spielweise stammt.[2]