Wirtschaft der Volksrepublik China

Volksrepublik China
China Volksrepublik
Weltwirtschaftsrang 2. (nominal) (2019)[1]
Währung Renminbi (CNY)
Umrechnungskurs 1 EUR = 7,78 CNY
(Stand: 6. Juli 2018)
Handels-
organisationen
WTO, APEC
Kennzahlen
Bruttoinlands-
produkt (BIP)
14.343 Mrd. $ (nominal) (2019)
19.504 Mrd. $ (PPP) (2017)[1]
BIP pro Kopf 10.262 $ (nominal) (2019)
16.785 $ (PPP) (2019)[1]
BIP nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 8,2 %
Industrie: 39,5 %
Dienstleistung: 52,2 % (2017)[2]
Wachstum 6,1 % (2019)[2]
Inflationsrate 2,9 % (2019)[3]
Gini-Index 46,5 (2016)[2]
Erwerbstätige 805,25 Mio. (2019)[2]
Erwerbstätige nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 28,3 % (2016)
Industrie: 29,3 % (2016)
Dienstleistung: 42,4 % (2016)[2]
Erwerbsquote 68,9 % (2017)[4]
Arbeitslosenquote 3,6 % (2019)[2]
Außenhandel
Export $ 2.157 Mrd. (2017)[2]
Exportpartner USA: 18,2 %
Hongkong: 13,8 %
Japan: 6,1 %
Südkorea: 4,5 %(2017)
Import $ 1.731 Mrd. (2017)[2]
Importpartner Südkorea: 10,0 %
Japan: 9,2 %
Taiwan: 8,8 %
USA: 8,5 %
Deutschland: 5,4 % (2016)[5]
Außenhandelsbilanz 426 Mrd. $ (2017)[5]
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden 48,4 % des BIP (2017)[6]
Staatseinnahmen 2.672 Mrd. $ (2017)[2]
Staatsausgaben 3.146 Mrd. $ (2017)[2]
Haushaltssaldo −4,0 % des BIP (2017)[7]

Die Wirtschaft der Volksrepublik China ist seit 2010 nach den USA die zweitgrößte, beziehungsweise gemessen an der Kaufkraftparität seit 2016 die größte Volkswirtschaft der Welt. Ökonomisch weist die Volksrepublik China eine hohe Dynamik auf und entwickelte sich infolge einer ab 1978 beginnenden Reform- und Öffnungspolitik zu einer wirtschaftlichen und technologischen Supermacht.[8]

Das Land verfügt über viele Bodenschätze, vor allem an Kohle, Erdöl, Erdgas und metallischen Erzen. Die Volksrepublik China ist der weltgrößte Kohle- und viertgrößter Erdölproduzent. Die Kohlereserven sind die drittgrößten der Welt, die Erdölreserven werden auf rund 24 Milliarden Barrel geschätzt. China besitzt 70 Prozent der globalen Vorräte an Seltenen Erden und stellt mehr als 95 Prozent der Weltproduktion dieser Rohstoffe her. Diese Metalle sind unersetzlich für viele in Industrieländern hergestellte Produkte der Spitzentechnologie wie Mobiltelefone, Festplattenlaufwerke, Laser, Waffensysteme oder Batterien von Elektroautos.[9][10]

Die Ökonomie der Volksrepublik China hat sich durch die Wirtschaftsreformen von einem planwirtschaftlich organisiertem zu einem primär nach marktwirtschaftlichen Mechanismen funktionierenden Wirtschaftssystem gewandelt. Diese nach kapitalistischen Grundsätzen gelenkte Volkswirtschaft wird von der chinesischen Staatsführung als „Sozialismus chinesischer Prägung“ bezeichnet. Die dominante Rolle des Staatskapitals ist seit Ende der 1990er Jahre stark rückläufig. Chinas Stärke als Produktionsstandort rührte in der Vergangenheit vor allem aus den vergleichsweise niedrigen Löhnen etwa in der Produktion von Textilien, Spielzeug oder Haushaltsgeräten. Dieser Vorteil hat sich aufgrund der in den letzten Jahren stark angestiegenen Löhne mittlerweile verringert.[9]

China ist kein Niedriglohnland mehr. Neben den natürlichen Ressourcen stellen zunehmend die Human Resources das wichtigste Kapital der Volksrepublik China dar. Von rund 791 Millionen Arbeitskräften sind 27,7 Prozent in der Landwirtschaft, 28,8 Prozent in der Industrie und 43,5 Prozent im Dienstleistungssektor beschäftigt (Stand 2016).[11] Jedes Jahr drängen zwischen sechs bis sieben Millionen Hochschulabsolventen auf den Arbeitsmarkt, die über hochqualifizierte Abschlüsse in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen verfügen. Kein anderer Staat investiert derzeit in Summe mehr Geld in Forschung und Entwicklung als China.[12]

Damit liegen die Stärken der chinesischen Wirtschaft im fortschrittlichen Produktions-Know-how sowie im Supply-Chain-Management, wodurch sich das Land zunehmend zu einem wirtschaftlichen Innovationsführer und zu einem Hauptakteur des globalen Kapitalismus entfaltet.[13][14]

Grundprobleme der chinesischen Wirtschaft sind (Stand 2020) eine hohe Verschuldung vieler Provinzen und Staatsunternehmen, Korruption,[15] starke regionale Disparitäten,[16] Überkapazitäten in der Schwerindustrie und ein schwacher Binnenmarkt.[17][18]

  1. a b c IWF – World Economic Outlook Database, April 2011 Abgerufen am 15. April 2011
  2. a b c d e f g h i j CIA: The World Factbook (Memento des Originals vom 11. Oktober 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cia.gov, abgerufen am 29. Januar 2018
  3. Competitiveness Ranking - China. IMB, abgerufen am 9. Oktober 2020. Vorlage:Cite web: Der Parameter language wurde bei wahrscheinlich fremdsprachiger Quelle nicht angegeben.
  4. Erwerbsquote im Ländervergleich. Statistisches Bundesamt, 10. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  5. a b Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen Außenhandel.
  6. statista.com nach Daten des IMF
  7. destatis.de: Finanzierungssaldo des Staates Deutschland, Bruttoinlandsprodukt 2013 für Deutschland – Begleitmaterial zur Pressekonferenz am 15. Januar 2014, Tabelle 3, Seite 21
  8. China sitzt auf Billion Dollar. In: n-tv.de. 7. November 2006, abgerufen am 24. Januar 2018.
  9. a b China. Wirtschaft und Entwicklung. Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, abgerufen am 24. Januar 2018.
  10. Rohstoffe: Streit mit China um seltene Erden spitzt sich zu. In: faz.net. 25. Oktober 2010, abgerufen am 19. August 2024.
  11. China. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 3. Februar 2023 (cia.gov [abgerufen am 10. Februar 2023]).
  12. Jana Brokate, Susanne Günther: China. Daten und Analysen zum Hochschul- und Wissenschaftsstandort 2017. Deutscher Akademischer Austauschdienst Bonn, 2017, S. 24.
  13. Simon Johnson: China wird zum «Drachen» der Innovation. In: FuW. 19. Januar 2018, abgerufen am 24. Januar 2018.
  14. Chinas neuer Kapitalismus: Wachstum ohne Ende? Bundeszentrale für politische Bildung, 2010, abgerufen am 24. Januar 2017.
  15. Korruption und Vetternwirtschaft: In China ist die Immobilienbranche Chefsache. 3. Dezember 2021, abgerufen am 28. August 2023.
  16. Chinas „Go West“-Policy zur Minderung der ausgeprägten Ost-West-Disparitäten und zur Verbesserung des Investitionsklimas in Westchina: Genese, Ziele, Maßnahmen und Effekte - Attraktivität der westchinesischen Provinzen als Investitionsstandort für ausländische Unternehmen (Dissertation)
  17. Bernhard Zand: China: Lässt sich Chinas Durchmarsch noch aufhalten? In: Der Spiegel. Abgerufen am 11. Februar 2021.
  18. Polittreffen: Neuer Fünfjahresplan: Kommunistische Partei schwört China auf schwierigeres Umfeld ein. Abgerufen am 11. Februar 2021.

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