Die Zentralgelenkachse oder Deichselachse[1] ist eine an Kraftfahrzeugen verwendete Starrachse, die über eine Deichsel und über ein Kugelgelenk mittig (zentral) mit dem Wagenkörper verbunden ist. Bei angetriebenen Hinterachsen ist die Deichsel meistens ein in der Achsmitte starr befestigtes Rohr, das die zum Differentialgetriebe führende Kardanwelle umschließt. Die Längskräfte werden allein über das Gelenk an der Deichsel abgestützt, zur Querführung dienen zusätzlich längs (Bild unten) oder quer (Bild oben) eingebaute Blattfedern, ein Panhardstab oder ein Wattgestänge.
Zentralgelenkachsen waren bis zum Zweiten Weltkrieg weit verbreitet (Ford T und A vorn und hinten, Austin 7 vorn). Danach wurden sie weniger oft verwendet: in Personenautos von Peugeot (Peugeot 203 ff. bis Peugeot 504 L hinten) und von Ford im „Buckeltaunus“ vorn; im Lastwagen Unimog und in Bussen von MAN.[2]
Es gibt auch Zentralgelenkachsen, deren Achskörper im Bogen am Zentralgelenk vorbeigeführt ist, und die somit keine Deichsel haben. Panhard baute sie ab 1945 mit V-förmigen Achsrohr und Saab ab 1955 mit U-förmigem, beide zusammen mit längs eingebauten Lenkern. Bei der von Fiat ab 1986 verwendeten, nicht angetriebenen Hinterachse (Omegaachse) war das Achsrohr nach vorne bis zum Zentrallager gekröpft. Die Lenker waren leicht schräg gestellt.[3] Bei der De-Dion-Achse des über die Hinterräder angetriebenen Smart umschließt das U-förmige Achsrohr die Antriebseinheit aus Motor, Schalt- und Differentialgetriebe. Die Seitenkräfte werden über das vor und über dem Motor sitzende Zentralgelenk und zwei Querlenker abgestützt, wodurch die Achsführung kinematisch überbestimmt ist. Weiche Gummilager und die elastische Deformation des Achsrohrs gleichen den veränderlichen Abstand zwischen den Aufhängungspunkten aus.